Wissenstransfer an der JGU

Die Johannes Gutenberg-Universität Mainz versteht sich als integraler Bestandteil der Gesellschaft, mit der sie eng und vertrauensvoll zusammenarbeitet, und sieht im Wissensaustausch mit ihr eine zentrale Aufgabe. Als offene Universität hat sie in den vergangenen Jahrzehnten ein vielfältiges Spektrum an Transferaktivitäten entwickelt, das vom "klassischen" Technologietransfer über ein breites Angebot zur beruflichen Weiterbildung bis zu zahlreichen PUSH-Formaten (Public Understanding of Science and Humanities) reicht. Hinzu kommen Forschungsprojekte, die sich mit dem Thema Wissenstransfer auseinandersetzen. Bundesweite Anerkennung für ihre Transferaktivitäten erhielt die JGU unter anderem durch den Erfolg mit der Mainzer Wissenschaftsallianz im Wettbewerb um den Titel "Stadt der Wissenschaft 2011". Im Jahr 2017 hat sie erfolgreich an einem Audit des Stifterverbandes für die deutsche Wissenschaft teilgenommen, um darauf aufbauend ihren Wissenstransfer weiter zu intensivieren und strategisch auszurichten.

Innovative Technologien

Die Übertragung von Ergebnissen aus der Forschung in die Anwendungsebene, zum Beispiel in die Industrie und die öffentliche Verwaltung, und umgekehrt von Erkenntnissen und neuen Anforderungen aus der Anwendungsebene in die Forschung, ist ein wesentlicher Bestandteil des Wissenstransfers der JGU. Wichtige Partner sind in diesem Zusammenhang Unternehmen wie BASF, Boehringer Ingelheim, Merck oder Schott. Als erfolgreiche Spin-offs der JGU sind in jüngster Zeit vor allem die Firmen Biontech, Ganymed, StarSEQ und TRON zu nennen, wobei TRON im Jahr 2017 im Helmholtz-Institut HI-TRON aufging. Um weitere Ausgründungen zu erleichtern, hat die JGU im Jahr 2012 mit der Hochschule Mainz das Gründungsbüro Mainz eröffnet. Zudem nimmt sie seit 2018 an der Pilot-Phase des Weiterbildungsprogramms Young Entrepreneurs in Science (YES) der Falling Walls Foundation teil. Im Hochschulranking "Reuters Top 100 – World's Most Innovative Universities 2018" gehört die JGU zu den 100 innovativsten Hochschulen der Welt. Im nationalen Vergleich erzielt die JGU einen hervorragenden 4. Platz.

Lebenslanges Lernen

Das Zentrum für wissenschaftliche Weiterbildung (ZWW) koordiniert alle Weiterbildungsangebote der JGU. Es richtet sich unter dem Aspekt des lebenslangen Lernens an Menschen, die bereits einen ersten Berufs- oder akademischen Abschluss erworben haben, aber auch allgemein an Interessierte, die ihr Wissen aktualisieren oder vertiefen wollen. Für Unternehmen und Institutionen, die spezifische Weiterbildung für ihre Beschäftigten suchen, entwickelt das ZWW individuelle Angebote. Zielgruppe im Programm "Studieren 50 Plus" sind Menschen, die sich im Anschluss an ihr Berufsleben oder die Familienarbeit mit wissenschaftlichen Fragestellungen beschäftigen und universitäre Angebote nutzen möchten.

Der junior campus Mainz (jcm) der JGU und der Hochschule Mainz bietet außerschulische Lernprojekte für Schülerinnen und Schüler aller Altersstufen und Schulformen sowie Fortbildungen für Lehrerinnen und Lehrer an. Diese können aus insgesamt über 200 Einzelprojekten wählen, die sich thematisch einem oder mehreren der folgenden Aktionsbereiche zuordnen lassen: Naturwissenschaft und Technik; Biologie und Umwelt; Soziales, Wirtschaft und Recht; Kunst, Musik und Gestaltung; Kultur und Medien; Medizin und Sport. Dieses fächerübergreifende Gesamtprogramm an der Schnittstelle zwischen Schule und Hochschule ist einmalig in Deutschland und wird von der JGU konsequent weiter ausgebaut. Dabei wird verstärkt die Förderung durch Spender und die Zusammenarbeit mit Unternehmen angestrebt.

Universität in der Gesellschaft

Die JGU versteht sich als ein kompetenter, Rat gebender und vertrauenswürdiger Partner für Wissenschaft und Gesellschaft, Politik, Wirtschaft und Kultur. Sie beteiligt sich aktiv an der wissenschaftlichen, künstlerischen, gesellschaftlichen und politischen Diskussion und leistet damit einen Beitrag zur gesellschaftlichen Weiterentwicklung. Der aktive Austausch zwischen der JGU und der Gesellschaft und der Politik sowie der Ausbau von Kontakten und Kooperationen mit der Wirtschaft und den Medien nimmt daher eine besondere Stellung in der Gesamtentwicklung der Johannes Gutenberg-Universität Mainz ein. So erbringt beispielsweise das Mainzer Medieninstitut seit fast zwei Jahrzehnten kontinuierlich Beiträge zur wissenschaftlichen Begleitung des Medienrechts und der Medienpolitik in Deutschland und Europa. Bürgerkonferenzen bieten ein ergebnisoffenes Verfahren, das Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit gibt, sich im Austausch der Wissenschaft sowie mit anderen Bürgerinnen und Bürgern eine Meinung zu bilden und ihre Position in die politische Debatte einzubringen.

Wissenschaftsstadt Mainz

Die JGU pflegt vielfältige Kooperationen mit der Landeshauptstadt Mainz, an deren kulturgeschichtliches Erbe sie anknüpft. Gleichermaßen nutzt und pflegt sie die besonderen Kooperationsmöglichkeiten, die die Rhein-Main-Region mit ihren kulturellen Einrichtungen sowie den Wirtschafts- und Dienstleistungsunternehmen für Forschung, Studium und Lehre bietet. Die JGU ist Gründungsmitglied in der Mainzer Wissenschaftsallianz, die seit 2008 das breite und hochwertige Forschungs- und Technologie-Know-how in und um Mainz repräsentiert.

Als offene Universität (civic university) verfügt die JGU dabei über ein einmaliges Portfolio der Wissensvermittlung an die allgemeine Bevölkerung in Mainz und der Region, das weit über die üblichen populärwissenschaftlichen Formate hinausreicht. Beispiel dafür sind der jährliche Wissenschaftsmarkt der Mainzer Wissenschaftsallianz, die Veranstaltungsreihen "Night of the Profs" im Staatstheater Mainz und "Universität im Rathaus" sowie die "Johannes Gutenberg-Stiftungsprofessur" der Freunde der Universität Mainz. Darüber hinaus verfügt die JGU über zahlreiche wissenschaftliche Sammlungen, die ein faszinierendes Spektrum an Objekten aus den Natur-, Geistes- und Sozialwissenschaften und der Medizin umfassen. Sie stellen nicht nur zentrale Infrastrukturen für Forschung und Lehre dar, sondern sind auch außerhalb der Universität von großer Bedeutung. Als aktuelles Beispiel der Verbundenheit zwischen der JGU, der Landeshauptstadt Mainz und dem Land steht die Erschaffung der Schule des Sehens, die mitten auf dem Gutenberg-Campus liegt. In diesem interkulturellen wie intermedialen Schau- und Experimentierraum verdichten sich die Bedürfnisse der Studierenden nach praxisnaher Ausbildung mit denen der Schulen und der Bürgerinnen und Bürger nach Teilhabe an den Erkenntnisprozessen in den Geisteswissenschaften zu einem Bildungs- und Erlebnisangebot.